Umrisszeichnungen von John Flaxman (1755 – 1826)
Für die Illustrationen orientiere ich mich zunächst an den Umrisszeichnungen John Flaxmans. Diese sind u. a. bekannt als Illustrationen der „Sagen des Klassischen Altertums” und für uns oft eng mit der bildungsbürgerlichen Idee verknüpft. Die linearen Umrisszeichnungen mit wenig Binnenelementen reduzieren die Darstellung auf das Wesentliche. Typische Merkmale sind das Fehlen von Schattierungen, kaum Perspektive, wenige Details, klare Figuren und Gesten sowie ein Fokus auf der gezeigten Handlung. Flaxmans Stil geht zurück auf Werke des 13. Jahrhundert und der Frührenaissance. Er geometrisiert und klärt das Formenvokabular und zusätzlich die storia, die in den Bildern angelegte Narration. Durch die Darstellung ausgewählter Protagonisten, meist ohne verbindenden Hintergrund, aktivieren die Zeichnungen das Vorstellungsvermögen der Betrachtenden. Diese Klarheit macht die Bilder gut lesbar und verständlich, im Sinne Leichter Bilder sind sie aber noch zu komplex. Der reine Linienstil erleichtert ein Erkennen der Formen nicht ausreichend; Farbflächen können Zusammenhänge verdeutlichen und die visuelle Eindeutigkeit verbessern. Hinzu tritt eine Farbkodierungen, die auf die verschiedenen Ebenen der Erzählung hinweist.
[Flaxman und Weiss verbindet die Auseinandersetzung mit Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“: Flaxmann fertigte zu dem Text Zeichnungen, Weiss übertrug ihn in das moderne Theater, als er „Die Ermittlung“ als Höllenreise inszenierte.]


