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Autor: jwenzl

Layout für Leichte Sprache (Rezension)

Im Sommer wurde ich auf das 2020 von Christian Reichel veröffentlichte Buch aufmerksam gemacht, das sehr breit gefächerte Reaktionen in Fachkreisen hervorruft: Übersetzer·innen für Leichte Sprache beschreiben es meist als “sehr hilfreich”, Gestalter·innen hingegen üben teilweise harsche fachliche Kritik. Grund genug, sich das Buch einmal genau anzusehen.

Um mein Ergebnis vorwegzunehmen: Reichel möchte eine „Werkzeugkiste“ zu schaffen, mit deren Hilfe Laien unterschiedliche Layoutformate gestalten können, um Informationen besser verständlich aufzubereiten. Seine allgemeinen Überlegungen, warum Gestaltung wichtig ist und was sie befördern kann, sind aus meiner Sicht nachvollziehbar und unterstützenswert. Dennoch wäre es gut gewesen, wenn er seine Ideen für Layoutkonzepte für Leichte Sprache mit einer professionellen Gestalterin durchgegangen wäre. So kann ich das Buch trotz allem, was an wertvollen Grundlagenwissen in ihm steckt, leider nicht weiterempfehlen, da oftmals Detailfehleinschätzungen den Anspruch, ansprechende Lösungsansätze zu finden, konterkarieren.

Zur detaillierten Besprechung (PDF) >>>

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Leichte Bilder

Erste Illustrationen für CORONA LEICHTE SPRACHE

Ich freue mich, dass ich einige Illustrationen für das großartige Projekt CORONA LEICHTE SPRACHE von engagierten Kolleg:innen machen durfte. So kann ich ─ nachdem ich mich nun theoretisch schon eine Weile mit “Leichten Bildern” beschäftige ─ Praxiserfahrungen sammeln. Umso mehr freut mich, dass das die Prüfer:innen voll des Lobes waren und ich nur an einer Stelle nachbessern musste. Das hatte ich schon geahnt, aber nicht gewusst, wie ich die Sache am besten angehen kann. Hier war das Feedback aus der Prüfgruppe Gold wert.
Eine tolle Zusammenarbeit für eine gute Sache.

Mobiles Impf-Team
Kurz-Arbeiter-Geld
Impf-Durchbruch

Wer die den Text zu den Bildern lesen möchte, schaut sich einfach auf der Webseite von CORONA LEICHTE SPRACHE um.

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Impetus und Arbeitsstipendium

Einladungskarte [Gestaltung: Juliane Wenzl]

Im Juli hatte ich die große Freude, am IMPETUS – NETZWERKTAG der FREIEN DARSTELLENDEN KÜNSTE LEIPZIG im Werk II teilzunehmen. Gebucht war ich für Moderation und Visualisierung am Nachmittag, aber der ganze Tag vor Ort war insgesamt eine große Bereicherung und hat einen guten Einblick in die Freie Szene anderswo, vor allem aber in Leipzig geboten. Ein dickes Danke geht an die Organisator:innen der AG IMPETUS, die diesen Tag möglich gemacht haben!

Vorbereitung der Visualisierung
[Foto: Thilo Neubacher]
Jonas Klinkenberg, Juliane Wenzl, Diana Wesser, Muriel Zibulla
[Foto: Thilo Neubacher]
Arbeit an der Visualisierung
[Foto: Thilo Neubacher]

Am Ende des Tages zeigten einige Empfänger:innen des Arbeitsstipendiums 2020 des Kulturamts der Stadt Leipzig, wofür sie das Geld bzw. die Zeit, die dieses Stipendium ihnen gewährt hat, verwendet haben. Ich habe mein Projekt “Dazwischen” vorgestellt, das hier ausführlicher erläutert wird.

Vorstellung meines Arbeitsstipendiums
[Foto: Thilo Neubacher]
Vorstellung meines Arbeitsstipendiums
[Foto: Thilo Neubacher]

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Sinnlichkeit …

Sinnlichkeit log uns Liebe vor, der Verstand widersetzte sich der Täuschung –
da kam die Phantasie als willkommene Helferin.
(Arthur Schnitzler)

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Warten

Das Gefühl, an einem Bahnsteig zu sitzen, und nicht zu wissen, aus welcher Richtung der Zug kommt und wo er hinfährt. Links schauen, rechts schauen. Irgendwann nur noch in sich zurücksinken und mit leerem Blick – warten. Doch es kommt kein Zug.

Warten
Warten
Warten
Warten
Warten
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Dazwischen

Visuelle Recherche und Serie von Zeichnungen
Projekt von Oktober bis Dezember 2020, gefördert durch ein Arbeitsstipendium des Kulturamtes der Stadt Leipzig

Dazwischen . Strukturen & Räume
Dazwischen . Strukturen & Räume
Dazwischen . Strukturen & Räume

Mehr zu diesem Projekt unter Dazwischen auf dieser Website.

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Painting, Sewing, Directing – Creating Spaces and Narratives with Photographs

first published in:
INTERNATIONAL JOURNAL OF CULTURAL RESEARCH
Scientific e-journal
4 (37) 2019: After Post-Photography
https://www.culturalresearch.ru/en/home

By discussing some composite photographic collages by Joyce Neimanas, David Hockney, and Robert Frank from the 1970s and 1980s I investigate how the three artists transform their experiences with the perception of our world into visual interplays. They deal with the limits of the “program of the camera” by tearing the fabric of reality, fragmenting it into photographs and using them as building blocks to assert their artistic autonomy from the apparatus and photographic conventions.
American photographer Joyce Neimanas sews Polaroids together like a patchwork quilt to give an impression of a comprehensive situation. British painter David Hockney takes a situation apart photographically, his Joiner Photographs appear to be multiperspective, fragmented, and animated. And Swiss-American photographer and documentary filmmaker Robert Frank´s photo compilations construct narrative sequences and blocks, he uses them like storyboards, as visual diaries.

These artists show three concepts of how to bring to the fore the process of shaping an image over time that reflects the quality of a dynamic whole. The partial meaning offered by the visible parts of the photographic ensembles encourages beholders to complete what they see, to transform it into a coherent and meaningful image, to build patterns, time-images and narratives.

PDF (pp. 99 – 114; 1,2 MB)

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Leichte Bilder für Leichte Sprache?

Seit Beginn dieses Jahres bin ich Konsortialmitglied derDIN SPEC PAS 33429 »Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache« und erarbeite Empfehlungen für den Einsatz von Bildern. Dafür habe ich zunächst geschaut, welche Ratgeber und Studien es bereits gibt, in denen etwas zu Bildern für diesen speziellen Bereich zu finden ist. Die meines Wissens letzte in Deutschland erschienenen Studien hat Prof. Kerstin Alexander von der HS Merseburg mit Studierenden durchgeführt.

Die meines Wissens letzte in Deutschland erschienenen Studien hat Prof. Kerstin Alexander von der HS Merseburg mit Studierenden durchgeführt. Rudolf Paulus Gorbach von der Typographischen Gesellschaft München (tgm) hat mich nach meiner Einschätzung gefragt. Er schreibt:

Juliane Wenzl (Illustratoren Organisation e.V.) hat die Publikation zum Bereich des Bildes durchgesehen:

Die derzeitige Diskussion zur Leichten Sprache ist geprägt von der Idee informierender und didaktischer Vermittlung, da sie nach der Gesetzgebung bzw. den angestrebten Regelungen erfolgt. Diese sollen vor allem öffentliche Einrichtungen in die Lage versetzen, Inhalte angemessen zu vermitteln.

Alexander zeigt auf, dass es in den vorliegenden Regelwerken zur Leichten Sprache bisher kaum verbindliche Empfehlungen gibt. Aus ihnen lassen sich lediglich acht Hinweise zur Bildverwendung ableiten, die aber auch auf Probleme hinweisen. So wird z. B. dazu geraten, Bilder wiederholt einzusetzen, damit diese von der Zielgruppe »erlernt« werden können. Das kann aber nur gelingen, wenn die Bilder immer im gleichen Kontext verwendet werden.

Die vorliegenden Studien, einschließlich der sechs in Alexanders Publikation, sind noch zu vereinzelt und zu wenig an klaren Parametern orientiert, als dass sich valide Empfehlungen für die Verwendung einer bestimmten Bildart in bestimmten Kontexten ableiten ließen. Festgestellt wurde, dass Invarianten und Komplexitätsreduktion die Lesbarkeit von Bildern erleichtern. Auch sollten sich Bildinhalte nicht so sehr an Objekten, als vielmehr an Tätigkeiten orientieren. Sprache und Bild sollten sich ergänzen und aufeinander verweisen.

In Hinblick auf die Sprache-Bild-Beziehung unterscheidet sich Leichte Sprache von Standardsprache. In einer Studie wird vermutet, dass Leser der Leichten Sprache an begleitetes Lesen gewöhnt sind, also an Interaktionen, die anhand eines Textes erfolgen. Das lässt die These zu, dass Zugänglichkeit und Verständlichkeit durch den Einsatz aufeinander verweisender Medien noch besser noch besser erreicht werden könnten

Bilder machen sichtbar, sie können abbilden, zeigen und erzählen, dekorativ sein, Informationen vermitteln und zu einem Erkenntnisgewinn führen. Bilder können uns beeinflussen, etwas zu tun oder zu lassen. Sie können außerdem motivieren und die Aufmerksamkeit der Rezipienten halten oder auf etwas richten. Bilder tragen zur Erinnerung bei, wenn sie als inneres Bild wiederholt werden; die Aktivierung innerer Bilder trägt im Umkehrschluss zum Textverstehen bei. 

Bildkonzepte im Kontext Leichter Sprache sollten, wie in anderen Kontexten auch, individuell, konsistent und der Aufgabe wie der Zielgruppe angemessen sein.

Die vollständige Rezension findet sich auf dem Blog der tgm: https://tgm-online.de/typografie-und-bild-barrierefrei/

Kerstin Alexander (Hrg.)
Mit Typografie und Bild barrierefrei kommunizieren 
Kommunikation – Partizipation – Inklusion 
Forschungsstand und Studien 
382 Seiten  
Broschur
ISBN 978-3-7329-0584-3 
49,80 Euro

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some felines

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